Darstellung eines Handwerkerhaushalts der frühen Bajuwarenzeit
Darstellung eines Handwerkerhaushalts der frühen Bajuwarenzeit
Wir versuchen mit einem „Architekturmodell“ einen realitätsnahen dreidimensionalen Eindruck zu vermitteln.
Unser Hauszelt entspricht vom Grundriss einem sogenannten Handwerkerhaus, einer der häufigen Hausformen im frühen Mittelalter neben Langhaus, Grubenhaus und Speicherhaus.
Farbgebung, Maße und Inneneinrichtung soll den archäologischen Befund dieser Häuser wiederspiegeln:
Die Möblierung mit Betten, Tischen, Bänken und Truhen entspricht Funden aus Süddeutschland wie z.B. in Lauchheim oder Oberflacht.
Ergänzend ist Hausrat wie Geschirr, Töpfe und Werkzeug Grab- und Siedlungsfunden nachgearbeitet.
Unsere Vorräte entsprechen den nachgewiesenen Nahrungsmitteln aus Abfallgruben, Siedlungsfunden und Gräbern.
Unsere Küche ist bestens mit zeitgenössischer Keramik und Vorratsbehältern aus Birkenrinde ausgestattet.
Die Seitenwände können je „Fach“ einzeln nach Bedarf geöffnet werden um den Besuchern einen optimalen Einblick zu bieten.
Der „Wohn und Arbeitsbereich“ ist mit Tischen und Bänken mit gedrechselten Beinen eingerichtet.
Ebenso gedrechselt ist Julianes Stuhl nach Vorbildern aus Oberflacht.
Gesamtansicht des Wohn und Küchenbereichs. An die Küche schließt abgetrennt durch eine Wand die Schlafkammer an.
Das Gesamtbild muss als Inszenierung verstanden werden, auch wenn die Objekte die Rekonstruktionen der wenigen Originale sind.
Für das frühe Mittelalter sind leider keine Hausfunde mit Laufhorizont bekannt und so kann eine vollständige Hauseinrichtung immer nur eine Interpretation der vorhandenen Sachkultur sein.